Musikalische Leckerbissen wurden serviert






Der Konzertabend des Jodlerklubs Oberwynental brachte dem Publikum gleich zahlreiche Leckerbissen. Vom frühlingshaft dekorierten Ambiente, über das Feuerwerk an Kulinarik bis zum musikalischen Programm war der Abend ein wahrer Genuss.
Es ist offensichtlich, wie gut verankert und geschätzt der Jodlerklub Oberwynental bei Volksmusikliebhabern ist. Doch nicht nur einheimische Gäste, sondern auch Dutzende Delegationen von der weiteren Region und entfernten Kantonen fanden sich ein. So war denn die Mehrzweckhalle in Pfeffikon bis auf den letzten Platz besetzt. «Wo man singt, da lass dich ruhig nieder; böse Menschen haben keine Lieder», lautet das Motto, das dem Verein zugeschrieben wird. «Gesang, Fröhlichkeit und eine richtig gute Stimmung», sei an den Veranstaltungen des Jodlerklubs Oberwynental immer garantiert, so verriet eine Dame. Bei so guter Stimmung tat es dann auch nicht weh, wenn man während der Pause lauter Los-Nieten zog. Es wurde viel mehr gescherzt, dass man dafür nicht so viel Ballast nach Hause tragen müsse.
Die Natur geniessen
Der Jodlerklub Oberwynental stand natürlich im Zentrum des Abends. Mit dem Lied «Bärgmorge» von Paul Müller-Egger wurde die friedliche Morgenstimmung der Sennen auf der Alp besungen. Ursprünglich diente das Jodeln ja der Verständigung der Hirten über grössere Distanzen, noch lange bevor daraus die heutige Jodelkultur entstand. Diesen Ursprung hörte man aus allen Beiträgen des Jodlerklubs Oberwynental heraus. Die «Älplerzyt» sowie den erwachenden Frühling und die sich verändernden Farben «Im Buechewald» wurden in weiteren Vorträgen beschrieben und damit die Schönheit der Heimat geehrt. Was wäre ein Jodelabend, beinhaltete er nicht zumindest ein Werk von Adolf Stähli? Er zählt auch noch heute zu den bedeutendsten Persönlichkeiten der Jodelmusik in der Schweiz. «Es Lied, wo ds Härz erfreut» wurde dem Publikum präsentiert, und es hatte genau den im Titel beschriebenen Effekt.
Heimatliche Werte pflegen
Das Duett Rebekka Stadelmann und Heidi Lussi bereicherte, mit Begleitung von André Mathis am Schwyzerörgeli, ebenfalls das Programm. «Nimm dir Ziit für anderi Lüt, Nächschteliebi choschtet nüt», sangen sie im Werk von Stefan Haldemann, einem Lied, das zu den moderneren Werken der Jodelmusik gehört. Die beiden Jodlerinnen schafften eindrücklich die emotionale Verbindung von ruhigen, getragenen Strophen mit gefühlvollem Jodel-Part. Familie Kobel aus Mullen bei Tschugg im Seeland war leider nur zu dritt angereist, denn Mutter Isabelle hatte ein anderweitiges Engagement. Den Vorträgen von Michelle, Sven und Papa Martin aber tat die Absenz keinen Abbruch. Mit gehörfälligem Jodeln und traditionellen Ländler-Einlagen begeisterte die Familie das Publikum. Ihr Hobby sei «die Melodie des Lebens», die sie als Gesamtheit verbinde, verrieten die Musikanten. Sie begeisterten nicht nur mit Beiträgen von bekannten Komponisten, denn Papa Martin schreibt und komponiert einige Lieder und Jodel auch gerne selbst. Kein Wunder ist die Familie Kobel bei Volksmusikliebhabern längst kein Geheimtipp mehr, sie ist nämlich auch von der Sendung «Potzmusig» auf SRF her bekannt. Das Trio Seebärggruess mit Daniel Müller, Ernst Bärtschi und Beat Neuenschwander hielt vor, nach und zwischen Vorträgen den roten Faden in der Hand und spielte später auch zum Tanze auf. «Wetten, dass Ihnen das eine und andere Stück in die Beine geht!», war im Programm zu lesen. Bei jedem einzelnen Vortrag schaffte das Trio diese Wirkung. Es wurde unter den Tischen mit den Füssen im Takt mitgewippt und mit den Händen im Rhythmus geklatscht. Und einige nutzten die Chance für das eine und andere Tänzchen und setzten damit den Schlusspunkt zum tollen Abendprogramm. Übrigens, der Jodlerklub Oberwynental feiert nächstes Jahr das 70-jährige Bestehen. Es wird jetzt schon spekuliert, dass dies am Jahreskonzert im nächsten Jahr doch sicher gebührend gefeiert werden wird. Cornelia Forrer


























